Bedingungsloses Grundeinkommen: Die Krise als Chance

Bericht von Elisabeht Schüller.

 

In diesem Workshop wurde die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens vorgestellt und diskutiert.

Die Auswirkungen eines solchen Grundeinkommens von verschiedener Höhe wurde anhand eines bestimmten Modells durchgerechnet, in das verschiedene Parameter einflossen jedoch keine aus Umfrageergebnissen soziologischer Forschungsarbeiten.

Es wurde gesagt, dass das GE von 3 verschiedenen Gruppen gefordert wird.

  1. UnternehmerInnen, die Konsum- und Kaufkraft steigern wollen.

  2. Um bessere Bedingungen für die Ärmsten der Bevölkerung (auch Arbeitslose) zu schaffen.

  3. politische AktivitsInnen, um gegen den Arbeitsfetisch vorzugehen


Es wurde heftig diskutiert, wie nach Einführung des Grundeinkommens wohl ungeliebte Arbeiten, wie KassierIn im Supermarkt, Putzdienste etc. von den Leuten abgelehnt und gekündigt werden, da es nun möglich ist ohne diese Strapazen des schlecht bezahlten, stressigen Jobs ein Auskommen zu finden.

Wahrscheinlich müssten solche Jobs dann ganz einfach besser bezahlt werden.


Dass der Großteil der Menschen aufhören wird zu arbeiten, daran glauben die Verfechter des GE nicht. Die Menschen wollen ja aktiv sein – das GE gibt ihnen nur die Chance sich die Aktivitäten besser aussuchen zu können und ungewollte Aktivitäten von vornherein abzuwählen. Dass Lohndumping seitens der Arbeitgeber von vornherein gesetzlich ausgeschlossen werden muss, darüber waren sich alle einig.


Eine weitere Frage – wie das GE wohl eingeführt werden könnte – EU-weit, Weltweit nur Österreichweit - wurde diskutiert.

Sollte Österreich einfach sein eigenes Süppchen kochen? Würden dadurch große Unternehmen, die viele Arbeitsplätze bedeuten abwandern, weil sie ihren Arbeitskräften mehr bezahlen müssten? Würden die Vielverdiener, die Reichen abwandern, sollte das GE auf Basis der Lohnsteuer eingeführt werden – und dann bald kein Geld mehr dafür zur Verfügung stehen? Würden wir dadurch vom Rest der Welt ausgeschlossen oder würden unsere internationalen Beziehungen überhaupt nicht beeinflusst? Wie sieht die Lösung für MigrantInnen aus – dürfen sie hier auch das bedingungslose Grundeinkommen beziehen? Könnten sie dann überhaupt noch in Österreich arbeiten?


Am Ende des Workshops wurden auch ein paar Negativbeispiele – eines davon Cuba – genannt, wo die Einführung eines GE nicht den gewünschten Erfolg hatte und einige der hier geäußerten Vorbehalte wahr geworden sind.


Es gefällt mir die Idee, dass die Menschen ohne Existenzängste das tun können, das arbeiten können, was ihnen Spaß macht, worin sie Sinn sehen. Die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommen will aber gut geplant und die Ausführung und Auswirkungen kritisch verfolgt werden.