Bericht von Elisabeth Schüller
Sinnvoll tätig sein
...ist ein Verein, der vor allem Arbeitslosen den Raum und weitgehend auch die Mittel zur Verfügung stellen will, eigene Projektideen zu verwirklichen.
Es ist aus der Wut entstanden, dass es heutzutage nicht möglich ist genügend Arbeit zu organisieren, dass stattdessen die Leute in sinnlosen AMS-Kursen landen – in welchen sie z.B: lernen wie man eine Bewerbung schreibt, obwohl eh klar ist, dass es nicht genug Arbeitsplätze gibt und welche der Bewerber sicher nicht genommen werden.
An Projektideen, die im Rahmen von sinnvolltätigsein bereits verwirklicht wurden wurde die Organisation eines Kongresses, das Drehen eines Filmes, etc. genannt.
Sinnvolltätigsein ist Anlaufstelle, für Menschen, die geringe Unterstützungen vom Staat erhalten (Arbeitslose, Sozialhilfe, etc.) jedoch weniger für Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, da die Projekte nicht dazu gedacht sind, Geld zu erwirtschaften. Die Organisation der Tätigkeit, der Arbeit steht im Vordergrund. Wenn die Wirtschaft keine Arbeit zur Verfügung hat und sie nicht organisieren kann, muss man sie sich selbst schaffen.
Ein großes Problem ist derzeit wieder die Finanzierung der Tätigkeiten des Vereins. Die Gelder für Projekte – ehemals im Zuge eines Wettbewerbes von Ideen zur Bekämpfung der Armut gewonnen (1.Preis) – sind mit März 2009 aufgebraucht.
Ein weiteres Projekt, das über sinnvolltätigsein entstanden war wurde vorgestellt: Survivalclub – ein Club von Frauen für Frauen in Krisensituationen (arbeitslos, Alleinerzieherin, etc.) aber auch für Frauen, die gerade in keiner Krise stecken. Es wird Zeit und Raum geboten für Treffen ohne den Zwang etwas konsumieren zu müssen, Geld ausgeben zu müssen. Zum Kaffee trinken, gegenseitig Erfahrungen auszutauschen, sich über seine eigenen Fähigkeiten klar zu werden und gemeinsam Ideen zu entwickeln. Ein wichtiges Ziel ist die Isolation zu durchbrechen in der sich viele Frauen in Krisensituationen befinden.
Es entwickelte sich eine Diskussion über Arbeit und Beschäftigung außerhalb des Systems der Erwerbsarbeit. Das bedingungslose Grundeinkommen wurde als Lösung zur Existenzsicherung erwähnt.
Auch wurde viel über die Verwendung verschiedener Begrifflichkeiten, die im Zusammenhang mit Arbeit stehen und stigmatisieren (Arbeistlose, Betroffene, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, sozial schwach, etc.) und über deren Wirkung auf unser Empfinden diskutiert.