Subventionsstrategien und Vereinsgründung
Dieter Schrage, Wien
Schon im Frühsommer 2008 wurde uns bei der inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitung klar, dass wir für diesen Solidarökonomischen Kongress im Februar 2009 in Wien einiges Geld brauchen werden. Und zwar bald schon für die Ankündigungen und ein erstes Plakat. Erste Kostenrechnungen entstanden. Vor allem ging es um Geld für die Werbung, für Kongressmaterialien, für Rückerstattungen von Reisespesen (Honorarzahlungen wurden von vorn herein ausgeschlossen!) und um die Bezahlung einer oder mehrerer Person(en) für die Kongressvorbereitung in den letzten, entscheidenden Monaten. Ein Betrag von etwa 18.000 € stand, zu unserer nicht geringen Beklemmung, im Raum.
Eine Gruppe subventionserfahrene AktivistInnen machten eine Aufstellung von möglichen Subventionsgebern. Im Vorbereitungsplenum wurde im Juni beschlossen, dass wir (zunächst) nur bei Einrichtungen der öffentlichen Hand (Stadt Wien, Bund) und bei Parteien und Verbänden wie Arbeiterkammer, Grüne Bildungswerkstatt, Renner-Institut, nicht aber bei Banken und Versicherungen (Ausnahme Österreichische Beamtenversicherung) um Geld ansuchen. Auch wurde uns klar, dass wir für die Subventionsansuchen einen Rechtsträger benötigen. Mit einer gewissen Skepsis wurde im Vorbereitungsplenum die Gründung eines Vereines für Solidarische Ökonomie (VSÖK) beschlossen. Bei der Kongressvorbereitung sollte der VSÖK ausschließlich die Funktion des Subventionsabwicklers haben und keinerlei repräsentative Auf gaben. Dies wurde auch eingehalten.
Kopien der Vereinssatzung mussten bei jeder Subventionseinreichung ebenso wie ein Kostenplan mit Ausgaben und erwarteten Einnahmen beigelegt werden. Zu betonen ist hier auch noch, dass fast jede subventionsvergebende Stelle Formulare hat, die im Internet downzuloaden sind. Ende Juni/Anfang Juli verschickten wir breit unsere Ansuchen. Es ist wichtig, dies rechtzeitig zu tun, da viele Institutionen lange Bearbeitungszeiträume haben. Es kamen immer wieder Rückfragen und bürokratische Auflagen. Auch waren immer wieder Interventionen und Befürwortungen notwendig.
Letztlich waren wir durchaus erfolgreich im Aufstellen öffentlicher Gelder. Finanzmittel erhielten wir von insgesamt elf Einrichtungen. Hier können wir sehen, dass auch alternative, systemkritische Projekte in vielfältiger Weise Subventionen erwirken können. Wichtig ist nur eine rechtzeitige und sehr gezielte Einreichung. Und wichtig ist auch, Kenntnisse und einen Überblick über die Subventionseinrichtungen zu haben.